KG Grün-Weiss Lichtenbusch e.V. 1966

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Presseartikel 2005

Das Platt sprach vielen aus dem Herzen

Messe der anderen Art in der Kirche Christus unsere Einheit. "Dat es net vöör Jeckereij - dat es ernst." Gläubige dicht gedrängt.

Von unserem Mitarbeiter

Christoph Hahn

Lichtenbusch. "Dat es net vöör Jeckereij - dat es ernst."

Nicht dass die Zuhörer von Pfarrer Wilhelm Zimmermann diesen Hinweis zu Beginn der sonntäglichen Messe auf Platt in der Lichtenbuscher Kirche "Christus unsere Einheit" besonders notwendig gehabt hätten. Aber dass der Dialekt seine Schutzbereiche, die Mundart-Dichtertreffen und die Karnevalssitzungen verlässt, wirkt halt doch für viele vielleicht noch etwas ungewohnt.

Den Lichtenbuschern und ihren Freunden indes schienen solche unkonventionellen Formen der Eucharistiefeier aus dem Herzen zu sprechen. Zu Scharen drängten sie sich eine Woche vor dem Sonntag der Narren in dem kleinen, intimen Gotteshaus. So viele Menschen waren der Einladung der Karnevalsgesellschaft Grün-Weiß Lichtenbusch gefolgt, dass selbst auf der Orgelbühne kaum noch die sprichwörtliche Kirchenmaus Platz gefunden hätte.

Umrahmt vom Musikzug der KG und dem Chor der Kapellengemeinde  Nütheim-Schleckheim unter Reinhard Rüttgers, orientierte sich die Liturgie selbstverständlich streng an den Vorschriften der römisch-katholischen Kirche - nur, dass es "Dä Haer sou met üch sie" hieß und nicht der "Der Herr sei mit euch" oder (im Lied) "Leävste Jesu, vür sönd heij" statt "Liebster Jesus, wir sind hier". Statt der normierenden Literatursprache regierte das Platt, die Sprache des Herzens. Trotz des gemessenen Ernstes gingen kirchliche Frömmigkeit und närrisches

über-die-Stränge-Schlagen in einer Hinsicht eine

geglückte Verbindung ein: Wer kostümiert kommen wollte, durfte kommen, wie er (oder auch sie) wollte. Und so trafen sich im Gestühl kleine Zebras und Tiger mit Clowns oder Möhnen. In voller Montur waren - über ihren wohl disponierten Musikzug hinaus - die Herren der KG aufmarschiert, beteiligten sich an der Lesung (Nöll Stärk) oder sprachen ein Dankeswort (Präsident Kurt Hoffmann). Selbst Pfarrer Zimmermann nahm es - ganz der urwüchsigen Art seines Humors nach - mit dem Ernst der Predigt nicht ganz so genau und reihte Anekdote an Anekdote. Aber

wer genau hinhörte, der merkte auch, dass in jedem Scherz auch viel Ernsthaftigkeit steckte.

   

 

Senden Sie E-Mail mit Fragen oder Kommentaren zu dieser Website an: Norbert Doedtmann
Stand: 18.10.2010