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Presseartikel 2005
Das
Platt sprach vielen aus dem Herzen Messe
der anderen Art in der Kirche Christus unsere Einheit. "Dat es net vöör
Jeckereij - dat es ernst." Gläubige dicht gedrängt. Von
unserem Mitarbeiter Christoph
Hahn Lichtenbusch. "Dat es net
vöör Jeckereij - dat es ernst." Nicht
dass die Zuhörer von Pfarrer Wilhelm Zimmermann diesen Hinweis zu Beginn der
sonntäglichen Messe auf Platt in der Lichtenbuscher Kirche "Christus
unsere Einheit" besonders notwendig gehabt hätten. Aber dass der Dialekt
seine Schutzbereiche, die Mundart-Dichtertreffen und die Karnevalssitzungen verlässt,
wirkt halt doch für viele vielleicht noch etwas ungewohnt. Den
Lichtenbuschern und ihren Freunden indes schienen solche unkonventionellen
Formen der Eucharistiefeier aus dem Herzen zu sprechen. Zu Scharen drängten sie
sich eine Woche vor dem Sonntag der Narren in dem kleinen, intimen Gotteshaus.
So viele Menschen waren der Einladung der Karnevalsgesellschaft Grün-Weiß Lichtenbusch gefolgt, dass
selbst auf der Orgelbühne kaum noch die sprichwörtliche Kirchenmaus Platz
gefunden hätte. Umrahmt
vom Musikzug der KG und dem Chor der Kapellengemeinde Nütheim-Schleckheim
unter Reinhard Rüttgers, orientierte sich die Liturgie selbstverständlich
streng an den Vorschriften der römisch-katholischen Kirche - nur, dass es
"Dä Haer sou met üch sie" hieß und nicht der "Der Herr sei mit
euch" oder (im Lied) "Leävste Jesu, vür sönd heij" statt
"Liebster Jesus, wir sind hier". Statt der normierenden
Literatursprache regierte das Platt, die Sprache des Herzens. Trotz des
gemessenen Ernstes gingen kirchliche Frömmigkeit und närrisches über-die-Stränge-Schlagen
in einer Hinsicht eine geglückte
Verbindung ein: Wer kostümiert kommen wollte, durfte kommen, wie er (oder auch
sie) wollte. Und so trafen sich im Gestühl kleine Zebras und Tiger mit Clowns
oder Möhnen. In voller Montur waren - über ihren wohl disponierten Musikzug
hinaus - die Herren der KG aufmarschiert, beteiligten sich an der Lesung (Nöll
Stärk) oder sprachen ein Dankeswort (Präsident Kurt Hoffmann). Selbst Pfarrer
Zimmermann nahm es - ganz der urwüchsigen Art seines Humors nach - mit dem
Ernst der Predigt nicht ganz so genau und reihte Anekdote an Anekdote. Aber wer
genau hinhörte, der merkte auch, dass in jedem Scherz auch viel Ernsthaftigkeit
steckte.
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Norbert Doedtmann
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